Mehr Wohnmobilstellplätze für Ingolstadt


Grüne Fraktion beantragt mehr und größere innerstädtische Abstellplätze

Die Zahl der Tourist*innen, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, hat in den vergangenen Jahren einen großen Aufschwung genommen. Gerade bei den Inlandsreisen, und hier besonders bei den Städtetrips, liegt das Wohnmobil als Fahrzeug der Wahl ganz weit vorne.

In Ingolstadt liegen die interessanten touristischen Attraktion im Wesentlichen im innerstädtischen Bereich. Hier gibt es für Wohnmobile jedoch nur einen Abstellplatz, und zwar denjenigen am Parkplatz Hallenbad an der Jahnstraße. Immer wieder ist zu hören, es gebe dort zu wenige Stellplätze und die vorhandenen seien zu eng für heutige moderne Wohnmobile.

Deshalb hat die Grüne Fraktion nun beantragt, mehr und vielleicht auch größere Abstellplätze für Wohnmobile in Ingolstadt auszuweisen. Geprüft werden sollen verschiedene Standorte rund um die Innenstadt.

Hier der Antrag im Wortlaut:

Ingolstadt, 9. Juli 2024

(Mehr und größere) Wohnmobilstellplätze für Ingolstadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Wohnmobiltourismus erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nach mehreren Rekordjahren normalisiert sich der deutsche Campingfahrzeug-Markt weiterhin auf hohem Niveau, so der Caravaning Industrie Verband e.V. So gab es 2023 68.469 Neuzulassungen von Wohnmobilen, ein Plus von 3 % im Vergleich zum Vorjahr. Gemäß einer Studie des ADAC aus 2023 ist hier Deutschland bevorzugtes Reiseziel. 55 % der Camping-Urlauber verreisen innerhalb von Deutschland. Bayern ist dabei eine der Haupt-Destinationen im Inland. Auch haben insbesondere Wohnmobilisten mit einem eigenen Fahrzeug ein überdurchschnittliches Reisebudget und bei Städtereisen historische und kulturelle Interessen.

Ingolstadt mit seinen vielfältigen Kultur- und Museumsangeboten, aber auch den Freizeitangeboten, ist hier durchaus auch im Fokus dieser finanzstarken Gruppe.

Als einzigen innerstädtischen Abstellplatz für Wohnmobile haben wir bisher nur den denjenigen am Hallenbadparkplatz. Gelobt wird dessen zentrale Lage und Nähe zur Altstadt und die kostenlose Stromversorgung. Negativ fällt dagegen in einschlägigen Publikationen und Foren auf, dass die Stellplätze zu eng und zu wenig sind, dass es immer wieder Probleme mit der Wasserversorgung und der Schranke gäbe.

Vereinzelt gab es schon politische Initiativen im Stadtrat zur Verbesserung der Stellplatzsituation in Ingolstadt. Ingolstadt lässt aber weiterhin gutes Potenzial zur Stärkung des Wohnmobiltourismus ungenutzt. Wohnmobilisten stellen ihre Mobile lieber in der Umgebung ab und unternehmen (Tages)Ausflüge nach Ingolstadt.

Vor diesem Hintergrund stellen wir folgenden

Antrag:

  1. Die Stadt Ingolstadt bzw. die Stadtwerke Freizeitanlagen GmbH prüfen die Errichtung/Ausweisung von (XL-)Wohnmobilstellplätzen auf den Flächen vor der Saturn-Arena unmittelbar nach Abbau der Baustelleneinrichtungen für den Donautower.
  2. Die IFG Ingolstadt prüft die Errichtung/Ausweisung von Wohnmobilstellplätzen auf dem Volksfestparkplatz außerhalb der Zeiten der beiden Volksfeste.
  3. Die IFG prüft in Abstimmung mit der INKB die Erweiterung der Stellplätze auf dem Hallenbadparkplatz durch Abbau der Einrichtungen der Stadtreinigung.
  4. Die Stadt Ingolstadt bzw. die IFG prüfen die Errichtung/Ausweisung, sofern zentrumsnahe (XL-)Wohnmobilstellplätze gem. den Antragsziffern 1–3 nicht oder nicht zeitnah errichtet/ausgewiesen werden können, von weiter vom Stadtzentrum gelegene Abstellflächen mit einer guten ÖPNV-Anbindung.

(Weitere) Begründung:

Zu 1.: Durch die Errichtung des Parkhauses an der Saturn-Arena mit Stellplatznachweis für den Donautower entstehen nach Abbau der Baustelleneinrichtung wieder Flächen, die innenstadtnah und in unmittelbarer Nähe der Donautherme liegen. Statt diese Flächen wieder für nur temporär genutzte Pkw-Stellplätze zu verwenden, könnten hier attraktive (XL-)Wohnmobilstellplätze geschaffen werden. Die Nähe zur Innenstadt, zur Donautherme, zum Klenzepark, zum Polizeimuseum und zum Bayerischen Armeemuseum spricht die Zielgruppe der Wohnmobilisten sehr gut an. Der (temporäre) Pkw-Stellplatzbedarf kann durch das neue Parkhaus und die umliegenden IFG-Parkangebote – wie in der bisherigen Übergangsphase auch – weitestgehend abgedeckt werden.

Zu 2.: Neben den Flächen an der Saturn-Arena könnten zusätzlich, notfalls alternativ, auch Flächen auf dem Volksfestplatz außerhalb zu definierender Zeiträume für die beiden Volksfeste als (XL-)Wohnmobilstellplätze durch die IFG als Parkplatzbetreiberin errichtet/ausgewiesen werden. Der Volksfestparkplatz bietet genügend Fläche und ist durch seine gute Lage zur Innenstadt – ebenso wie gegenwärtig der Hallenbadparkplatz – mit Sicherheit für Wohnmobiltouristen attraktiv, denn es liegt auch das Glacis ganz nah.

Zu 3.: Schließlich könnte durch eine Absiedelung der Einrichtungen der INKB am Hallenbadparkplatz eine Verbesserung der Stellplatzsituation für Wohnmobile dort erreicht werden. Die INKB-Einrichtungen befinden sich auch in unmittelbarer Nähe zum neuen Interimsbau des Stadttheaters Ingolstadt und stellen schon jetzt für viele Bürgerinnen und Bürger keine Zierde der Stadt, des angrenzenden Glacis dar. Kurz gesagt: Die INKB-Einrichtungen müssen schleunigst weg, um das Umfeld des Interimstheaters zu verbessern und um hier eben kulturinteressierten, budgetstarken Wohnmobilisten zusätzliche Stellplätze zu schaffen.

Zu 4.: Sollte die Realisierung von innenstadtnahen (XL-)Wohnmobilstellplätzen, von denen die Innenstadt aus fußläufig erreichbar ist, nicht oder nicht zeitnah möglich sein, sind weitere Orte zu prüfen, an denen (XL-)Wohnmobilstellplätze ausgewiesen/errichtet werden können, von denen aus die Innenstadt mit einer ÖPNV-Verbindung für die Wohnmobilisten gut erreichbar ist. Man findet etwa, wenig begeisternd klingende, Berichte von Wohnmobilisten über Aufenthalte im Umfeld des Ingolstadt Village, wo offenkundig keine entsprechende Wohnmobil-Infrastruktur vorhanden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Höbusch (Fraktionsvorsitzender)
Barbara Leininger (Fraktionsvorsitzende), Agnes Krumwiede, Stephanie Kürten, Maria Segerer, Jochen Semle, Dr. Christoph Spaeth

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